Interview

Mareike Carlitscheck: die Frau hinter „Kultur in Michaelshoven“

Benefizkonzert mit den Paveiern

Warum bietet die Diakonie Michaelshoven kulturelle Events an?

Mit KiM (Kultur in Michaelshoven) möchten wir ganz unterschiedliche Zielgruppen erreichen,
unterhalten und Möglichkeiten zur Begegnung bieten: das sind neben
Mitarbeitern und Nutzern der Diakonie Michaelshoven vor allem
Kulturinteressierte, Nachbarn, Spender, Neugierige. Außerdem
wird auch das Angebot der Diakonie Michaelshoven bekannt gemacht,
indem bei jedem Konzert gezielt für ausgesuchte Projekte
Spenden gesammelt werden.

Wir haben mit der Erzengel-Michael-Kirche auf dem Campus in
Köln-Rodenkirchen einen akustisch und atmosphärisch sehr reizvollen
Raum. Diesen Raum für Musik, Kunst und Begegnungen zu
nutzen – zusätzlich zu Gottesdiensten und Andachten – ist uns ein
wichtiges Anliegen.

Welche Veranstaltungen fallen unter KiM und wie setzt sich das
Programm zusammen?

Zu KiM gehören in der Regel vier Konzerte im Jahr, dazu ein großes
Benefizkonzert im Park, zwei Konzerte mit Nachwuchskünstlern
und weitere Veranstaltungen, wie Lesungen, Kabarett, Ausstellungen
oder auch ein zusätzliches Konzert.

Welche Künstler sind schon in Michaelshoven aufgetreten?

Wir hatten schon einige bekannte Künstler zu Gast: die Bläck
Fööss, Brings, Kasalla und in diesem Jahr endlich auch die Paveier.
Markus Stockhausen war bereits mehrfach in unserer Reihe zu hören.
Der Gürzenich Chor Köln sowie der WDR Rundfunkchor haben
hier schon Konzerte gegeben oder werden dies bald tun. Außerdem
waren hier: Lulo Reinhardt, Rainer Pause, Biggi Wanninger, Karolina
Strassmayer und Björn Heuser. Im nächsten Jahr erwarten wir unter
anderem Jeff Cascaro.

Es geht darum, Künstler einzuladen, die das, was sie machen, richtig gut machen, die vielleicht auch etwas Besonderes bieten und die vor allem auch verstehen, wo sie hier sind.

Die Veranstaltungen sind kostenlos. Warum?

Uns ist wichtig, dass auch Menschen die Veranstaltungen besuchen
können, die sich dies sonst nicht leisten können: Senioren, Menschen
mit Behinderung und andere Menschen mit niedrigem Einkommen.
Zudem sammeln wir, wie gesagt, bei den Veranstaltungen Spenden,
die 1:1 unseren Projekten zugutekommen. Die Gäste lassen sich
gerne darauf ein: Musikgenuss und gleichzeitig etwas Gutes tun!

Welche Veranstaltungen kamen überraschend gut an?

Bisher war meine Erfahrung, dass insbesondere Musikveranstaltungen
gut „funktionieren“. Bei Lesungen war ich eher vorsichtig
optimistisch. In diesem Jahr des Reformationsjubiläums hatten wir
den Schauspieler Manfred Erwe zu Gast, der in die Rolle Martin
Luthers geschlüpft ist und unter anderem aus dessen „Tischreden“
vorgetragen hat. Es war ein besonderes Format, und ich hatte daher
nicht damit gerechnet, dass die Kirche brechend voll sein würde
– aber sie war es! Die Leute lassen sich auf immer mehr ein – ich
denke, inzwischen hat sich herumgesprochen, dass die Qualität unserer
Kulturreihe sehr hoch ist.

Welche Künstler würden Sie gerne mal nach Michaelshoven einladen?

Es geht darum, Künstler einzuladen, die das, was sie machen, richtig
gut machen, die vielleicht auch etwas Besonderes bieten und die
vor allem auch verstehen, wo sie hier sind und dass ihre Konzerte
hier immer einen „Mehrwert“ haben. Und da fallen mir gleich
mehrere Namen ein!

Wie wichtig sind die Veranstaltungen für Nutzer und Bewohner?

Insbesondere Menschen mit Behinderung und Senioren nehmen gerne an den Veranstaltungen teil. Meine Beobachtung ist, dass vor allem Konzerte, die nicht zu „laut“ sind, gut ankommen, wie beispielsweise Orgelkonzerte. Sie freuen sich, ein solches Angebot direkt vor ihrer Haustüre wahrnehmen zu können.

Was würden Sie in Zukunft noch ausbauen wollen?

Eine Kulturreihe verdient diesen Namen, wenn sie bunt und abwechslungsreich ist. Wir möchten gerne regelmäßig Künstler einladen, die Musikgenres vertreten, die wir hier noch nicht hatten: Chanson zum Beispiel (nächstes Jahr ist es soweit!) oder verschiedene „Crossoverprojekte“.

Mareike Carlitscheck

Mareike Carlitscheck ist evangelische Diplom-Theologin und hat verschiedene berufliche Erfahrungen gemacht: als Redakteurin, Grundschullehrerin sowie als Lektorin. Bei der Diakonie Michaelshoven kann sie das kombinieren, was ihr Spaß macht und was sie gut kann: theologische Themen, Musik, Veranstaltungen organisieren und mit Menschen zusammenarbeiten.

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